Terfly (flugunfähige Stubenfliege)

Die Terfly ist eine mutierte Zuchtform der Stubenfliege, deren typisches Merkmal die nach oben gekrümmten Flügel darstellen, wodurch gezielte Flugmanöver nicht möglich sind. Dieser Umstand vereinfacht wesentlich die Handhabung der Fliegen beim Umsetzen bzw. Verfüttern. Terflys werden von fast allen Terrarientieren gerne gefressen. Zudem sind sie tagaktiv und eine der wenigen Futtertierarten, die sich auch in unübersichtlichen und versteckreichen Behältern nicht verkriechen, und das natürliche Jagdverhalten tagaktiver Terrarienbewohner  begünstigt. Die Zucht bedarf der kontinuierlichen Betreuung und verlangt ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl und Experimentierfreudigkeit, da sie durch viele Faktoren positiv wie negativ beeinflusst werden kann. Nach einigen Versuchen und "Testdurchläufen" soll hier eine u.E. praktikable und ertragreiche Zuchtmethode vorgestellt werden, deren Geruchsbelästigung sich zudem noch in Grenzen hält.

 

 

Mit der richtigen Mischung und Methode kann sich das Ergebnis nach einigen Tagen sehen lassen ...

Fliegenbehälter :

Zur Aufbewahrung und Vermehrung der Fliegen verwendet man möglichst große Plastikboxen ab 5 Liter Volumen. Hochwandige Gefäße erleichtern später die Entnahme der Fliegen. Der Zuchtbehälter sollte lichtdurchlässig und gut belüftet sein (Gazeflächen). Folgende rationale Ausstattung hat sich bei uns bewährt:

Zerknülltes Papier als zusätzliche Lauffläche. Die nötige Versorgung mit Feuchtigkeit kann alternativ durch tägliches Besprühen des Behälters oder Aufstellen einer kleinen Vogeltränke, bei der die Öffnung mit einem feuchten Taschentuch gesichert ist, gewährleistet werden.

Zur Ernährung der Fliegen wird eine flache Plastikschale mit Futterbrei bestrichen. Bewährt hat sich eine Mischung aus Magermilchpulver und Traubenzucker (1:1) . Zusätzlich kann zerquetschtes Dosenfutter für Katzen angeboten werden. Die Feuchtigkeit des Futtergemisches ist so zu dosieren, dass die Fliegen nicht darin festkleben oder ertrinken können.

Madenbehälter :

Zur Eiablage können Behälter mit ca. 500ml Fassungsvermögen genutzt werden, z.B. große Joghurtbecher, Konservendosen (Katzenfutter etc.)

Sie sollten gut zu reinigen und mehrfach verwendbar sein. Die schmale und hohe Form begünstigt zudem ein stabileres Mikroklima (Wärmeentwicklung der Maden) an kühleren Standorten (z.B. draußen).

 Madenaufzucht :

Es gibt viele verschiedene Rezeptvorschläge für Nährböden, daher sei hier exemplarisch eine einfache, bewährte Mischung genannt, die uns gute Zuchtergebnisse liefert:

110 gr. Weizenkleie

18 gr. Zucker (1 Eßlöffel)

8 gr. Milchpulver (1 Eßlöffel)

2 gr. Hefe (1 Teelöffel)

Zunächst wird der Boden des Madenbehälters ca. 2 cm hoch mit trockener Weizenkleie (ca. 30 gr.) als Drainageschicht befüllt, um ein "Versumpfen" der unteren Substratbereiche zu verhindern. Der Rest der Weizenkleie wird mit den übrigen Zutaten und anschliessend mit Wasser zu einem mäßig feuchten, lockeren Gemisch gründlich verrührt.
Der gefüllte Madenbehälter wird nun in den Fliegenbehälter (mit ca. 50 Fliegen) gestellt und mit Papier  teilweise  abgedeckt. Die Fliegen (mind. 3 Tage alt)  beginnen unverzüglich mit der Ablage der weissen Eipakete, die bald in den oberen Substratschichten erkennbar sind. Nach etwa 2 Tagen sollte der Madenbehälter separiert werden.
Der entnommene Madenbehälter wird nun bei etwa 25-28°C bis zum Schlupf der Maden aufbewahrt. Um ein zu schnelles Eintrocknen der oberen Schichten zu vermeiden, wird das Substrat täglich geringfügig nachgefeuchtet und zusätzlich mit einer Socke abgedeckt. Nach dem Schlüpfen und Eingraben der Maden ( ca. 3 Tage) kann der Behälter offen und kühler stehen, z.B. in einem größerem Behältnis auf dem Balkon.
Bei optimaler Besatzdichte wird das Substrat warm und von den Maden durchwühlt. Zuviel Maden erzeugen eine zu hohe Eigenwärme, sodass der Ansatz aufgeteilt werden muss, da ansonsten die Maden den Behälter verlassen. Sie entwickeln sich rasch, sodass täglich  ein feuchter Mix aus Weizenkleie und Milchpulver (1:1) beigemischt wird (besatzabhängig). 
Nach ca. 8-10 Tagen beginnen die Maden mit der Verpuppung und ruhen anschliessend 6-8 Tage bis zum Schlupf.  

Temperatur :

Im Fliegenbehälter sind Temperaturen um 25°C günstig. Unterwärme ist zu vermeiden, da der Nährbrei dann zu schnell austrocknet. Der entnommene Madenbehälter kann auch kühler (z.B. Balkon oder Garage) stehen, da sich bei entsprechendem Besatz eine enorme Eigenwärme entwickelt, wie nebenstehendes Bild belegt.

Arbeitsaufwand :

Der Arbeitsaufwand beläuft sich auf wenige, jedoch kontinuierlich durchzuführende Maßnahmen.  Dazu zählen das tägliche Füttern der Fliegen und Maden, das bedarfsorientierte Ansetzen neuer Fliegen- und Madenbehälter sowie die regelmäßige Selektion "fliegender" Exemplare.

Lebensdauer : Als Fliegen etwa 3 Wochen, je nach Temperatur und Ernährung

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