Argentinische Schabe

Schaben rufen seit jeher bei den meisten Menschen Ekel hervor, und der bloße Gedanke, mit diesen die eigene Wohnung (wenn auch in sicheren Behältern) teilen zu müssen, lässt sofort wieder die Erinnerungen an die nächtlichen Jagdszenen im  Hotelzimmer beim letzten Tropenurlaub aufblitzen. Dem lässt sich gegenüberstellen: Nicht alle Schaben sind gleich! Zwar zeichnet alle Schaben eine in langer Evolution erworbene Zähigkeit und Anpassungsfähigkeit aus, es gibt jedoch Formen, die sich in einem Haushalt, der den Standard-Hygiene-Normen entspricht, nicht dauerhaft einnisten und ausbreiten können. Zu dieser Gruppe zählt die Argentinische Schabe (Blaptica dubia), die im warm-feuchten Waldklima lebt. Mit ca. 4-6 cm handelt es sich um sehr kompakte Insekten, die auch für viele größere Terrarientiere eine kräftige Mahlzeit abgeben. Schaben

Schon verwunderlich, dass bei der Zucht von Heimchen anscheinend weniger Skrupel vorhanden sind, obwohl sie bei einem Entweichen garantiert für mehr schlaflose Nächte sorgen können.

Zurück zu den Vorteilen:

Blaptica dubia ist für Schabenverhältnisse

recht träge. Lediglich die langflügeligen Männchen sind in der Lage, schnell zu laufen und ein wenig zu flattern, wovon

sie jedoch nur nachts während der Aktivitätsphase Gebrauch machen. Vor Leichtfertigkeit im Umgang sei jedoch gewarnt.  Entwichene Schaben finden zwar in der Regel in einer zentral-geheizten trockenen Wohnung nicht ausreichend feuchte Nahrung und gehen früher oder später zugrunde, dies kann jedoch einige Wochen dauern. Ein wesentlicher Aspekt für das Handling ist die Tatsache, das Blaptica dubia in allen Entwicklungsstadien nicht in der Lage ist, an glatten Wänden (Glas, Kunststoff etc.) emporzuklettern. Dies unterscheidet sie von den meisten anderen Arten und macht die Hälterung unkompliziert. Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die argentinische Schabe "lebendgebärend" ist und adulte Weibchen in regelmäßigen Abständen etwa 15-30 Jungtiere in der Größe von Kellerasseln absetzen. Lebendgebärend bedeutet hier, dass die Oothek mit den Eiern zwar ausgestoßen, jedoch sogleich wieder in den Hinterleib eingezogen wird und bis zum Schlupf der Jungschaben in einer Art Bruttasche verbleibt.  Dies vereinfacht die Zucht erheblich, da kein feuchtes Brutsubstrat eingebracht werden muss. Für kleinere Echsen wie Leiocephalus  kommen Larven bis zu einer Größe von 2 cm in Frage. Da die Adulti sehr langlebig sind, können sie dauerhaft zur Produktion weiterer Jungschaben gehalten werden. 

 

Behälter :

Glattwandige, dichtschließende Behälter mit ausreichend großer Lüftungsfläche, um Schimmel oder Geruchsbildung vorzubeugen. Bestens bewährt haben sich die sog. "Toy-Boxen" von Curver, die es in verschiedenen Größen auch in  transparenter Ausführung gibt, was eine ständige Sichtkontrolle ermöglicht.

Ausstattung :

Mit einem Lötkolben kann man in die ausgeschnitten Lüftungsflächen z.B. Bronzegaze einschmelzen und somit ausbruchsicher abdichten. Als Versteckmöglichkeiten und zur Vergrößerung der Lauffläche genügen 2-4 Lagen Eierkartons. Ein flaches Wasserschälchen deckt das Trinkbedürfnis, wobei ein eingelegtes Taschentuch das Ertrinken kleiner Larven verhindert.

Futter :

Als Basisfutter dienen "Matzinger Vollkornflocken", die etwa 1-3 cm hoch in den Behälter eingestreut werden. Nebenbei können auch Grünabfälle verfüttert werden, jedoch ist streng auf Schimmelbildung zu achten. Zur Deckung des Feuchtigkeitsbedarf haben sich alternativ flache Trinkschalen oder standfeste Vogeltränken bewährt, die an der Trinkmulde mit einem Taschentuch versiegelt werden, damit keine Schaben hineinkrabbeln. Dabei wird Schimmelbildung und die damit einhergehende Milbenplage so gut wie ausgeschlossen.

Temperatur :

Der Zuchtertrag schwankt je nach Standorttemperatur. Ideal ist eine Temperatur um die 30°C. Es genügt z.B. den Behälter auf einem Lampenkasten zu platzieren und die Abwärme zu nutzen. Auch bei Zimmertemperatur läuft die ucht weiter, wenn auch sparsamer.

Arbeitsaufwand :

Der Arbeitsaufwand ist sehr gering und beschränkt sich im Wesentlichen auf das Nachfeuchten und Reinigen der Trinkstätte alle 3 Tage sowie das gelegentliche Nachfüllen des Basisfutters. Eine Generalreinigung ist je nach Besatz 1-2 mal pro Jahr fällig und kann von der langsam zunehmenden Geruchsintensität abhängig gemacht werden.

Lebensdauer : 

Die Entwicklung der Imagos dauert je nach Temperatur und Futter mehrere Monate, die Adulti können bei günstigen Bedingungen über ein Jahr leben.

 

Sieht es im Zuchtbehälter erst einmal so aus, kann man regelmäßig viele Schaben verfüttern.